Camp Tagebuch: 03.08.2011

Kiel

Heute ist Kiel. Und zu Kiel fallen den Kindern auch richtig viele Sachen ein: Im Rathaus hat´s einen Paternoster, da gibt´s die Kieler Förde und die Kieler Woche. Jo, die kennt wohl auch jeder, der in Schleswig-Holstein wohnt, damit können alle was anfangen.

Wir wollen heute auch ein Stadtfest feiern und dafür wir der Jahrmarkt aufgebaut. Es gibt ganz viele Buden, an denen man sich ausprobieren kann. Man kann Wendy im Tölten schlagen, man kann Ringe werfen, um die Wette nageln, Dart spielen, man kann den Flip-Flp-Lauf machen und man kann bei Hasi Möhrenwettknabbern machen. Und, ja wie eigentlich, weiß ich auch nicht, na jedenfalls waren am Ende plötzlich wieder alle im Pool, keine Ahnung, das war auf einmal so. Wahrscheinlich hat das Wasser mittlerweile so eine Anziehungskraft auf die Kinder, dass sie sofort rein springen, wenn sie welches sehen. Also passt mal lieber in den nächsten Tagen auf, wenn ihr mit euren Kiddies durch die Straßen geht. Wenn da irgendwo ne Pfütze ist, dann haltet sie mal lieber fest. Sicher, ist sicher!

Mittags werden die JOKER eingelöst: Die beiden Geburtstagskinder dürfen sich wieder einen aussuchen und fahren, wer will´s ihnen verdenken, zum Eisessen mit einem Betreuer ihrer Wahl. Guten Appetit! Die anderen dürfen auch fahren, aber nicht zum Eisessen, sondern mit dem Trecker! Und dieser JOKER sei der Hit munkelt man. Die Jungs und Mädels dürfen selbständig eine Runde über die Koppel fahren, okay, schon mit etwas Hilfe, aber sie fahren weitgehend selbst. Ein weiterer JOKER erlaubt den GewinnerInnen einen Extraflug mit unserer reizenden Stewardess Tatjana. Was da wohl bei rauskommt.

Wie die Zimmer direkt nach der letzten „Unsere Stadt soll schöner Werden“ Aktion aussahen hatte ich ja schon berichtet. Inzwischen könnte man ohne weiteres Kartoffeln darin pflanzen! Also es ist Zeit, erneut aufzuräumen. Und alles, was nicht mehr benötigt wird, wandert gleich in die Koffer. Hihi, eigentlich haben wir diesen zweiten Zimmerwettbewerb ja nur wegen des Kofferpackens angesetzt darüber sind sie aber nicht gestolpert. Sie räumen also fleißig auf, dekorieren die Zimmer und geben sich wieder größte Mühe, den JOKER für das schönste Zimmer zu gewinnen.

Das Abendessen fällt heut aus, dafür laden wir ein zum Barbecue mit anschließendem Ball. Die Bar hat schon geöffnet, der Tischservice ist am Laufen und mir fällt ein, dass ich jetzt eigentlich doch die frisch ausgebildeten Sanitäter testen kann und verbrühe mir dafür mal kräftig den Unterarm am heißen Wasserdampf. Herzlichen Glückwunsch! Ich stelle aber fest, auch mit verbundener Hand lässt es sich dennoch schreiben, ihr bleibt also nicht verschont. Dann steigt eine wirklich coole Party, ehrlich, es kommt selten vor, dass so lange fast alle!! Kinder am Tanzen sind, eine super Stimmung bis zum lang hinaus gezogenen Schluss. Zwischendurch wird uns das Ergebnis des „Extrafluges“ vorgeführt: Die JOKER-GewinnerInnen haben eine Parodie auf die abendliche Betreuerrunde einstudiert und ernten wahre Begeisterungsstürme mit der bühnenreifen Nummer. So langsam kommt doch das Gespenst des „last dance“ auf uns zu, und jeder und jedem wird klar: das Ende der Reise naht. Schon bei den Wise guys „Wir hatten eine schöne Zeit“ werden die ersten Tränen erstickt, dann aber bricht der Abschiedsschmerz richtig raus und das Heulen und Zähneklappern geht los. Das übrigens nicht nur bei den Kindern. Es folgt noch eine längere ins Bett geh Zeremonie, es braucht Zeit, die Emotionen wieder runter zu kriegen.

Und nun wird es auch für mich Zeit, mich bei euch zu bedanken. Ich sage danke dafür, dass ihr uns euer Wertvollstes, eure Kinder anvertraut habt in der Gewissheit, wir werden sie wohl behüten. Ich denke, das kann ich wirklich sagen, wir haben sie wohl behütet. Und wir haben es sehr, sehr gerne getan. Jede Träne, die wir getrocknet haben, jeden Heimwehgeist, den wir vertrieben haben, jedes Lachen, Raufen, in den Pool werfen lassen, all das haben wir mit großer Freude und Achtsamkeit getan. Danke, dass wir das tun durften.

Danke auch allen Betreuerinnen und Betreuer dieser Freizeit. Wir hatten eine gute Zeit.