Ein Duo in vier Wänden

„Jeder hat erst mal seinen Kram mitgebracht, dann haben wir alles zusammen geschmissen und geguckt, was am besten wohin passt.“ So unkompliziert klingt es, wenn Laura Neugebauer (20) und Svenja Hinrichs (21) über das Miteinander in ihrer vor zwei Wochen neu gegründeten WG in der Flensburger Kanzleistraße sprechen.

Immer noch hin und weg sind die beiden Freundinnen, als sie am Frühstückstisch von ihrem eigenen kleinen Reich in dem Mehrfamilienhaus des Flensburger Arbeiter-Bauverein eG (FAB) schwärmen. Drei Zimmer, 63 Quadratmeter und eine Warmmiete von nur 456,– Euro. Dazu wurde kürzlich von oben bis unten renoviert. „Was willst du mehr?“ fragen sie und stimmen direkt wieder ein: „Außerdem ist es hier total ruhig. Man hört nur die Vögel zwitschern und die Bäume rauschen.“ 

Lange gesucht haben die zwei nicht. „Ganz ehrlich, wir haben uns sofort für diese Wohnung entschieden“, sagen sie. Ausschlaggebend waren vor allem die unkomplizierten Erfahrungen, die studierende Freunde mit dem FAB gemacht haben. Außerdem stehen weder Kaution noch Provision an. „Stattdessen haben wir beide zu je 450 Euro Geschäftsanteile der Genossenschaft gekauft“, erläutert Svenja. „Die jährlich auch noch mehr Zinsen bringen als ein Sparbuch“, ergänzt Laura. 

Komplett eingerichtet sind sie allerdings noch nicht. „Unser Wohnzimmer ist noch ein Projekt. Wir sparen gerade auf ein Sofa“, erklären die beiden. Dennoch kommen schon jetzt regelmäßig Freunde zu Kochabenden, die sich alle mit einem Gruß auf der Tafel im Flur verewigen müssen. Einige von ihnen haben auch schon beim Umzug geholfen, „und die waren ganz schön neidisch“, grinsen sie bis über beide Ohren.

Da Laura das Fernweh für ein Jahr nach Australien verschlug und Svenja die Welt von Hongkong bis San Francisco bereiste, mussten die beiden vorerst Schlagzeug und Bass ihrer Rock-Band ruhen lassen. Nicht zuletzt daher merkt man, dass sie ein eingespieltes Duo sind. „Ich geh’ schon mal vor, Laura kommt nächstes Semester nach!“ heißt es, wenn es um das Studium an der nahe gelegenen Fachhochschule geht. Die noch junge WG hat also einiges vor.