Aus Alt mach Individuell!

 „Ich kenne ganze Häuserzüge in Privatbesitz, die sehen furchtbar aus“, sagt Thomas Dahm und erzählt von grauen Fassaden, bröckelndem Putz und Aluminium-Eingangstüren mit dem frostigen Charme der 70er-Jahre. „Und das sind unsere“, lenkt der Technische Leiter des Flensburger Arbeiter-Bauvereins die Aufmerksamkeit wieder auf die Hausnummern 16 bis 24 der Flensburger Terrassenstraße und kann seinen Stolz dabei nicht ganz verbergen.

Warum auch? Schließlich sind die 1902 erbauten Häuser des FAB unter seiner Leitung zu echten Schmuckstücken geworden. Seit 2002 wurden durch Zusammenlegung aus 40 Appartements von je 43 Quadratmetern nach und nach 20 individuelle Wohneinheiten mit Größen zwischen 47 und 138 Quadratmetern – mit neuen offenen Küchen, modernen Bädern, aber trotzdem mit dem Charme klassischer Altbauten.

„Den wollten wir unbedingt erhalten“, erklärt Thomas Dahm, und ergänzt nach kurzer Pause: „Oder wiederherstellen.“ Und das geht nur mit dem fachmännischen Blick für Details und der Bereitschaft, auch mal ein paar Euro mehr zu investieren als unbedingt nötig. „Wenn man’s schon neu macht, dann auch richtig“, sagt der Projektleiter und verweist auf die Holztüren im Stil der Jahrhundertwende und auf die klassischen Holz-Fußleisten mit Hamburger Profil – um nur zwei Beispiele zu nennen.

Noch eine Besonderheit: Bei der Entstehung ihrer zukünftigen Wohnungen wurden die neuen Mieter gleich mit einbezogen – wie das Ehepaar Ootes aus Nummer 16. Von der Anordnung des Küchentresens über die Bodenbeläge bis zur Wandfarbe konnten die beiden Rentner mitreden. „Modernes Wohnen ist eben individuell“, sagt Thomas Dahm und ergänzt: „Wir versprechen uns von der Modernisierung auch einen positiven Entwicklungsschub für das gesamte Quartier.“

Die Aussichten dafür sind vielversprechend, denn die Nachfrage nach den modernisierten Altbauten des FAB ist enorm. Und wie es sich dort tatsächlich so wohnt, davon kann sich Thomas Dahm schon bald selbst ein Bild machen, verrät er ganz zum Schluss: „In die letzte Wohnung, die fertig wird, ziehe ich.“