Camp-Tagebuch Juli 2010
3. Tag
Herzlich willkommen auf dem Klinthof und damit auf unserer Reise durch Raum und Zeit….
…manche Tage sind einfach so erlebnisreich, dass es sich anfühlt, als seien sie eine ganze Woche lang gewesen. Heute war so ein Tag. Das fing schon mit den ganzen Zeitungsleuten heut morgen an….aber ich will mal lieber ganz von vorn anfangen, sonst kommt Ihr ja gar nicht mit.
Tierfütterung, Morgenrunde, kennt Ihr ja schon, ist für passionierte Tagebuchleser schon ein alter Hut. Also, wir ab zum Frühstück und dann die Auflösung der Tagesrätsel von gestern. 6!! Gewinnerinnen und Gewinner, ist das nicht super?! Die Glücklichen dürfen einen Griff in die „Grabbelkiste“ tun. Darin gibt es ziemlich nützliche und lebenswichtige Dinge wie Handkettchen, Seifenblasen, Plastikbälle, Kaubonbons und Glasmurmeln, wovon man sich als ordenlichter Gewinner etwas aussuchen darf. Tja, schade für die, die nicht mitgemacht haben. Aber es gibt ja jeden Tag ein Tagesrätsel. Welch ein Glück. Dann zwei Joker für die beiden Gruppen, die beim großen Wettstreit der Handwerker und Kaufleute gewonnen hatten. „Heut ist euer…..“ na, wisst ihr´s? ----- wie jetzt, nein?---- habt ihr gestern nicht gelesen oder habt ihr nicht ganz gut aufgepasst? Okay, es heißt „….Glückstag!“ So fängt jeder JOKER an, na ja, die meisten jedenfalls. Die einen haben eine Einladung zum besonderen STOP-Essen bekommen, die anderen eine Einladung in´s „Eiscafé zur Glibberkugel“ – ein eher zweifelhaftes Etablissement, wie man reden hört.
Man darf also gespannt sein.
Dann kommen auch schon zwei Frauen zu uns in den Speiseraum, die sich mit Tina und Christiane vorstellen. Sie kündigen einige Journalisten an, die heute Vormittag kommen, einige von uns interviewen und Fotos machen wollen. Na gut, es waren alle schon vorgewarnt, und ist ja irgendwie auch schick, mal in die Zeitung zu kommen. Die kommen auch gleich mit einem froschgrünen T-shirt für alle, passend für jedes Kind und gleich mit Namen drauf. Das ist cool, denn die Namenschilder sind ohnehin schon etwas angegriffen und da kommen die t-shirts gerade recht. Dann dauert´s nur noch kurz und wir stellen alle fest, dass wir lieber doch keine Models werden wollen. Das ist ja richtig blöd, Ewigkeiten lächelnd und winkend völlig verkrampft irgendwo auf nem Balken, Baumhaus, oder sonste wo ´rum sitzen zu müssen und dabei soll man auch noch aussehen, als wäre es ganz natürlich. Nee wirklich, mal ist ja schön, aber jeden Tag? Lass die sich mal hübsch selbst die Beine in den Bauch stehen. Wir sind froh, wenn die Knipserei ein Ende hat und wir endlich zum rauen Wikingerdasein wechseln können. Denn jetzt wird´s echt richtig cool. Sechs Möglichkeiten gibt es: ein Langhaus wird gebaut, man kann Wikingerschmuck und Wollspielzeug herstellen, einige backen Brot und machen Kräuterbutter, es gibt eine Kochgruppe, die über dem Lagerfeuer Gemüseeintopf kocht und Fleisch grillt, wieder andere stellen Runensteine her. Alle verbringen einen wirklich tollen Vormittag der beim Essen auf der Wiese in großer Runde zu Ende geht. Alles ganz schön und harmonisch, und dann kam dieser JOKER… Ständig musste man anders essen: mal elegant wie eine Prinzessin, mal rülpsend wie ein Räuber – ups hätte ich das hier lieber nicht sagen sollen? – mal wie ein Schwein ohne Besteck. Ihr könnt euch denken, da gab´s lautes Gejohle und nicht nur die Jokerkinder hatten ihren Spaß daran.
Gleich danach eröffnet unsere persönliche Ostsee, schließlich sind die Wikinger mit ihren Schiffen über die Ostsee gefahren. Unsere ist etwas kleiner als die mit dem Salzwasser, dafür haben wir keine Blaualgen und sind damit klar im Vorteil!
Nachdem alle nass genug waren kam die Einladung in´s oben erwähnte Eiscafé. Eis ist lecker und erfreut alle! Wenn man es nett und freundlich serviert bekommt ist es umso schöner, wenn nicht, na ja, dann eben nicht. Aber dieser Kellner ist nun wirklich eine Nummer zu viel. Nicht genug dass er aussieht, als hätte er sich schon am ersten JOKER in der Räuberrunde beteiligt, nein er grabbelt mit dem eigenen Löffel in den Eisbechern herum, schmeißt sich wütend auf den Tisch, drückt den Gästen ihr Eis in´s Gesicht und schmeißt zu guter letzt auch noch Hanna in den Pool. Da ist es nur eine kleine Genugtuung, dass er nun selbst von seinen Gästen im Pool versenkt wird.
Nein nein, liebe Eltern ihr müsst jetzt nicht denken, dass wir hier nur Sauereien machen, manchmal sind wir auch brav und gesittet. Nur heute passte es eben nicht, die Wikinger waren nun mal nicht brav und gesittet. Dafür gibt´s am Abend noch ein Tobespiel: Die Wikingerfürsten „Haumichnich“, „Lassmichhintermbaum“ und „Tumirnix“ zählen nicht gerade zu den Mutigsten ihrer Zeit und lassen lieber ihre Völker für sich kämpfen. Die jagen sich gegenseitig Trophäen ab, die von unschätzbarem Wert sind. Großes Geschrei, die Nachbarschaft denkt schon „jetzt sind sie endgültig verrückt“, aber ein bischen verrückt hat noch niemandem geschadet.
Wer jetzt den Eindruck habt, den Kindern könnte es eventuell gut gehen, sie hätten viel Spaß und würden gerne sogar noch länger in Ferien bleiben, den trügt dieser Anschein nicht. Wir haben alle super viel Spaß und freuen, uns, dass wir noch einige Schiffspassagen vor uns haben.

